wildes Kinderzimmer...

Die Natur ist jetzt ein „wildes Kinderzimmer“: Rücksicht nehmen in der Corona-Krise

Die Sonne scheint und das Wetter lädt zu ausgedehnten Spaziergängen in der Natur ein. Ideal für eine Pause vom Homeoffice in der aktuellen Situation. Im Frühjahr findet auch die Brut- und Setzzeit statt. Die Natur verwandelt sich in ein „wildes Kinderzimmer“. Damwild, Wildschwein, Reh, Hase und Co. bringen in den Frühjahrsmonaten ihren Nachwuchs zur Welt. Erholungssuchende und Hundehalter müssen nun besondere Rücksicht auf die Tierwelt nehmen.

Viele Menschen verbringen in der Corona-Krise ihre Zeit in den eigenen vier Wänden. Um einen Lagerkoller zu vermeiden, bietet sich ein Spaziergang in Wald und Flur an. Erholungssuchende und Hundehalter strömen auf das Land und suchen Ruhe und Entspannung. Bei sonnigem Wetter gibt es für viele nichts Schöneres.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen beginnt jedoch auch die Brut- und Setzzeit im Land zwischen den Meeren. Die Natur erwacht nach den Wintermonaten zu neuem Leben. Der Wald ergrünt und Damwild, Wildschweine, Rehe, Hase und Co. erwarten in den nächsten Tagen und Wochen ihren Nachwuchs oder haben bereits Junge. Die Natur verwandelt sich einmal mehr zu einem „wilden Kinderzimmer“.

Auch wenn wir Menschen sie nicht sehen, sind Wildtiere oft ganz in der Nähe. Besonders gerne verstecken sich die Wildtiere im hohen Gras oder im Unterholz. Mitunter verstecken sich Junghasen und Rehkitze direkt am Wegesrand. „Dann heißt es Abstand halten sowie ruhig und zügig weitergehen“, rät Jan-Wilhelm Hammerschmidt, Kreisjägermeister für den Kreis Plön mir im Gespräch. Hunde sollten in dieser sensiblen Zeit angeleint sein. „Auf keinen Fall dürfen Wildtiere berührt werden, da die Elterntiere ihren Nachwuchs sonst verstoßen“, erklärt der Jäger.

Erholungssuchende und Hundehalter müssen nun besondere Rücksicht auf die Tierwelt nehmen. „Einige gehen querfeldein über Wiesen und Äcker oder ignorieren die Hinweise an den Waldwegen – zu allen Tag- und Nachtzeiten - das fällt aktuell vielen Jägerinnen und Jägern auf“, betont der Kreisjägermeister ausdrücklich. Mitunter stellen aufgeschreckte Wildschweine mit ihren Frischlingen eine ernsthafte Gefahr für Mensch und Hund dar. Deshalb rät auch der Landesjagdverband dazu, auf den Wegen zu bleiben, Hunde anzuleinen und Wildtiere nicht zu berühren. Auch sollte auf nächtliche Erkundungstouren unbedingt verzichtet werden, um die Wildtiere nicht zusätzlich zu stören.

Thorolf Wellmer

Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im HR IV

Rehkitz mit Ricke