Wilderei - Thema beim neuen Jägerstammtisch

Nicht übereinander reden - sondern miteinander sprechen! Das ist das Motto des Jägerstammtisches im Hegering 1, den die Pächter Volker Pflüger und Andreas Sieh ins Leben gerufen haben. Mit Erfolg! An der ersten Runde im Februar nahmen etwa 15 Weidwerker teil, Anfang April waren es über 20. Treffpunkt ist der Grebiner Krug, alle zwei Monate -  meist am ersten Donnerstag - finden die lockeren Runden bei Speis und Trank statt.

Wer im oder um den Hegering 1 jagt, so Volker Pflüger, ist herzlichen willkommen. Der Termin für den nächsten Stammtisch wird auf dieser Seite bekanntgegeben. Es gibt eine Whatsapp-Gruppe. Wer aufgenommen werden möchte, sollte bei der kommenden Runde die Organisatoren ansprechen.

Ein Thema bei der vergangenen Zusammenkunft neben vielen Jagdgeschichten war Wilderei. In einem Revier hatte der Jäger zwei Hirsche ohne Haupt entdeckt, an anderer Stelle einen Bock ohne Haupt. Ein anderer Pächter berichtete, dass er in einer Kanzel Patronenhülsen eines Kalibers gefunden hat, das in dem Revier nicht geschossen wird. Tatverdächtige konnten bisher nicht festgestellt werden.

Besprochen wurde, dass es Sinn macht, eine WhatsApp-Gruppe zu gründen mit Pächtern und Mitjägern benachbarter Reviere. So können sich die Jäger austauschen, falls ein Schuss fällt, der nicht zugeordnet werden kann.

Ein aktueller Fall von Wilderei hat sich offenbar in Süderlügum abgespielt. Wie die Polizei jetzt mitteilte, hat ein Pächter Ende März 2024 im Süderlügumer Forst die in einem Baum hängenden Überreste eines Rehs gefunden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, könne aufgrund der Auffindesituation ausgeschlossen werden, dass ein anderes Tier hierfür verantwortlich war. Der Fund könnte auch im Zusammenhang mit einem Schussgeräusch stehen, das der Polizei zuvor gemeldet worden war. Vor diesem Hintergrund hat die Polizeistation Leck die Ermittlungen wegen Jagdwilderei aufgenommen.

Wie oft in Deutschland gewildert wird, lässt sich nicht verlässlich feststellen. Beispielsweise wurden laut Polizeistatistik im Jahr 2020 1080 Fälle von Jagdwilderei angezeigt. Damals gab es 373 Tatverdächtige, wovon 295 männlich waren. Die Polizei geht davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Wilderer können laut Strafgesetzbuch zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe verurteilt werden. In besonders schweren Fällen, beispielsweise bei gewerbs- oder gewohnheitsmäßiger Wilderei, zur Nachtzeit, in der Schonzeit, unter Anwendung von Schlingen, sieht das Gesetz eine Freiheitsstraße von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor.

Wer einen Wilderer antrifft, sollte immer über den Notruf 110 die Polizei alarmieren und nicht selbst aktiv werden. Wer ein Smartphone zur Hand hat, sollte den Standort mit den Beamten teilen oder die Koordinaten angeben. Was den Polizisten hilft, ist eine genaue Täter- und Fahrzeugbeschreibung. Jäger sollten sich auch nicht scheuen, „verdächtige Wahrnehmungen“ der Polizei mitzuteilen.